PROJECT ZEBRA 3.0 | Beim Cape Epic mit dem E-Bike

Project Zebra

„Ein Bike, auf das alle neidisch sind.“ Mit dem E-Bike beim Cape Epic

Während die BULLS Profis in acht Tagen um die Krone des Mountainbikesports kämpfen und die Hobbybiker ums sportliche Überleben, fährt einer genüsslich mit.
Es ist der dreimalige Cape Epic Sieger Stefan Sahm. Früher im Gelben Trikot des Leaders unterwegs, begleitet er heute mit seinem
BULLS E-Bike das Fahrerfeld als „Kamera-Bike“. Dabei macht er Aufnahmen, die um die Welt gehen. Im BULLS MAGAZIN erzählt euch Stefan, wie er die Leiden und Emotionen hautnah miterlebt hat und gibt euch einen spannenden Einblick ins Cape Epic 2018.  

Fünf Uhr morgens, ein Dudelsack reißt mich aus den Träumen. Leicht schlaftrunken drehe ich mich noch einmal um und döse weiter. Doch die Zipp-Geräusche der sich öffnenden Schlafsäcke um mich herum mehren sich, das internationale Stimmengewirr wird lauter und die Aufbruchsstimmung dringt jetzt auch bis in mein Zelt. In zwei Stunden ist Start! Dann wird es wieder hektisch und ich muss voll da sein. „That´s the Epic“ würde der Race-Moderator wohl zu meiner Lage sagen und damit ausdrücken wollen, dass das, was Biker hier unten am Kap erleben, einmalig ist.

Eine gewisse Nervosität kann ich mir auch als Routinier vor dem Start nicht absprechen. Die Bilder und Videos, die uns auf das Cape Epic vorbereiten, sind zwar gut und berichten von einem „Untamed Race“, also unglaublichen Rennen. Von Romantik beim Start während des Sonnenaufgangs, wilden Tieren am Rande der Strecke und einer endlosen Biker-Perlenkette die sich den Berghoch zieht, ist im Wettkampf allerdings nicht viel zu spüren. So viel habe ich jetzt bei meinen 12 Teilnahmen schon gelernt.

Das vermuten wohl auch die 1.300 Biker, die sich unterhalb des Tafelbergs in Kapstadt an den Start stellen. Auch unbeteiligte Zuschauer können förmlich deren Angstschweiß riechen, den sie im Angesicht der Ungewissheit, was auf sie zukommen wird, ausströmen. Es ist ihnen nicht zu verdenken. Keiner weiß, was der achttägige Ritt durch südafrikanisches Gelände mit 700 Kilometern und 15.000 Höhenmetern mit sich bringt. Es gibt zwar Streckenbeschreibungen, aber die geben einem nur eine Vorahnung. Man kann sich auf vieles vorbereiten, aber nicht auf die Schmerzen in den Beinen, die brennende Hitze ab Mittag, die Kälte in der Nacht im Zelt, den Schlafentzug und vor allem nicht auf das Terrain, wo jeder Meter erkämpft werden muss. Aber was erzähl ich da, ich darf ja seit 2016 mit dem E-Bike das Fahrerfeld begleiten, dass ist nur halb so anstrengend, dafür aber doppelt so schön.

Mit dem Startschuss fällt gleichzeitig auch bei mir die Anspannung ab und es geht endlich los. Als eine Art „Kamera Motorrad“ auf dem E-Bike verfolgte ich eine Woche hautnah die Profis und Hobbybiker beim Cape Epic. Dabei sehe ich wie sie sich quälen, kämpfen, motivieren und freuen. Und wenn bei den Profis der Laktatspiegel steigt, das Gesicht schmerzverzehrt in Richtung Gipfel blickt und der Powermeter konstant über 400 Watt anzeigt, dann fängt für mich der Spaß erst richtig an. Der Speed zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht und der Flow auf den Trails lassen mich jeden Meter genießen. Jetzt kann ich endlich auch mein E-Bike richtig ausfahren und dabei Actionaufnahmen vom Renngeschehen drehen. Mitten im Fahrerpulk donnere ich mit den Profis durch die Steppe, immer ein Auge auf die perfekte Kameraeinstellung gerichtet und eins auf den Trail, so dass ich keinen behindere. Am schönsten ist es für mich hinter meinem ehemaligen Teampartner Karl Platt herzufahren. Wie damals, als wir dreimal gewonnen haben, kann ich ihm heute noch blind folgen und weiß welche Manöver er fährt. Auch wenn ich die harte Seite der Teilnehmer gut kenne, so ist es mit dem E-Bike alles andere als locker. Für die besten Aufnahmen spring ich zwischen den Gruppen hin und her, muss dabei das Mehr an Gewicht des E-Bikes und des Kameraequipments handeln, so dass auch mein Puls am Anschlag pocht. Mit meiner Kamera auf der Brust geh ich mitten rein ins Geschehen und liefere Aufnahmen die an 175 Sender weltweit verschickt werden. Dabei bekomme ich beide Welten zu sehen, die der Profi Sportler und auch die der Hobby Biker. Was beide Gruppen eint, sind deren leidende Gesichter. Die einen kämpfen um eine Top Ten Platzierung, die anderen ums Ankommen. Wenn es in „Schallgeschwindigkeit“ an den Hobby Bikern vorbei geht, werden Kaufangebote aufgerufen. Alle sind neidisch auf mein E-Bike und wollen am liebsten tauschen. Die Reaktionen sind durchweg positiv und mein BULLS E-STREAM EVO AM 4 27,5+ wird zum Objekt der Begierde.

Das Serien E-Bike mit Brose Antrieb, 650 Watt/Stunden Batterie und seinem All-Mountain 150mm Fahrwerk ist das perfekte Bike für diesen Einsatz und ich kann damit einfach überall drüber bügeln. Die letzte Rennstunde bin ich dann wieder vorne bei den Profis mit dabei und liefere spannende Livebilder im Kampf um den Etappen Sieg. Wenn ich dann hinter der Ziellinie in die abgekämpften Gesichter schaue, bin ich schon froh, dass ich mit meinem E-Bike unterwegs war. Für mich ist das „Kamera-Bike“ beim Cape Epic fahren zu dürfen ein Traumjob. Ich kann das Cape Epic genießen und gleichzeitig fahre ich in der Spitzengruppe mit und bin wieder bei meinen „alten“ Teamkollegen dabei. Natürlich schlägt mein Herz für das Team BULLS und ich fiebere jeden Tag mit den Jungs mit. Die haben da unten in Südafrika einen richtig guten Job gemacht. Die Leistungsdichte ist brutal geworden. Mit dem 7. Platz als beste deutsche Paarung für das Team BULLS II (Tim Böhme/ Simon Stiebjahn) und dem 10. Platz für Team BULLS I (Karl Platt/ Urs Huber) haben sie gezeigt, dass sie zur Weltelite gehören. Vor allem haben auch unsere Youngsters vom Team BULLS III (Martin Frey/ Simon Schneller) mit ihrem 14. Gesamtplatz beim Einstand eine super Figur gemacht.

Ich zähle nun mit meinen drei Teilnahmen als E-Bike Kameramann zum ersten „E-Bike Amabubesi“ und auch mein BULLS E-STREAM EVO AM 4 27,5+ hat den härtesten Materialtest den man einem E-Bike unterziehen kann, mit einer Woche Vollgas beim Cape Epic, mehr als bestanden. Bis auf einen platten Reifen, den ich schnell mit meinem Sahmurai Sword repariert hatte, gab es keine Probleme. In dieser Woche hat sich wieder einmal bestätigt wie viel Spaß man als „alter Radsportler“ mit einem E-Bike haben kann. Das Cape Epic ist ein tolles Event und eigentlich ein Muss für jeden passionierten Mountainbiker. Mittlerweile bin ich aber sehr froh, dass ich auf meinem E-Stream Evo die Weltelite vor mir hertreiben darf, um spektakuläre Aufnahmen in die Wohnzimmer weltweit zu bringen.

Erfahrt mehr über das E-Bike mit dem Stefan Sahm und Thomas Dietsch als „Kamera-Biker“ beim Cape Epic unterwegs waren.