Project Zebra 2017 | Projekt Titelverteidigung

Project Zebra

Wie gewinnt man das Cape Epic? Was macht das Team BULLS so stark, dass sie bereits vier Gesamtsiege und zehn Podiumsplatzierungen einfahren konnten? Der fünffache Cape Epic Sieger Karl Platt weiß dazu eine einfache Antwort: „Heute gewinnst du das Cape Epic nur noch mit einem starken „Supporter-Team“ an deiner Seite“. Wie auch bei der „Tour de France“, hat sich das Cape Epic zu einem Teamrennen entwickelt. Die Spitzen-Teams werden von ein bis zwei „Support-Teams“ unterstützt. Diese liefern bei Defekten sofort Ersatzmaterial und helfen ihren Kapitänen mit taktischen Fahrmanövern. So sind die beiden Team BULLS Paarungen auch als Einheit zu sehen.

Was diese Einheit ausmacht, wo die Stärken der einzelnen Teams liegen und warum gerade der Team Spirit beim Team BULLS so hoch ist, erfährst du in Folge #2 unseres Cape Epic Spezial: „Inside Team BULLS“

Wie in den Vorjahren geht das „Team BULLS I“ mit Urs Huber und „Mr. Cape Epic“ Karl Platt als Titelverteidiger in die diesjährige 14. Auflage. Dabei können sie wieder auf die Stärken von Simon Stiebjahn und Tim Böhme vom „Team BULLS II“ bauen. Damit schickt die Marke BULLS, zwei erfahrene und schlagkräftige Profiteams ans Kap, um den fünften Titel von Südafrika nach Köln zu holen.

Team BULLS I: Die Titelverteidiger – Gehirn trifft auf Maschine

Diese Überschrift soll keineswegs abwertend klingen. Urs Huber wie auch Karl Platt haben in unzähligen Einzelerfolgen gezeigt, dass sie über beide Eigenschaften verfügen: Rennintelligenz und Power auf dem Bike. Es soll auf provokante Weise zeigen, wo die symbiotische Stärke des „Team BULLS I“ liegt. Der Team BULLS Kapitän, Karl Platt, steht nun schon zum 14. Mal am Start des Cape Epics. Er hat fünf Gesamtsiege zu verzeichnen (seinen ersten Sieg 2004 mit Mannie Heymans) und konnte insgesamt 17 Mal am Ende einer Etappe ganz oben stehen. Er weiß, wie man das Cape Epic gewinnt. Dieses Wissen macht sich Urs Huber zunutze, um seine Leistung effektiv auf die Strecke zu bringen. Denn das zeigt die Geschichte des Cape Epics: Es gewinnen nicht unbedingt die beiden stärksten Individualfahrer, sondern oft gewinnt die eingespielteste Paarung. Das konnten die beiden „Team BULLS I“-Fahrer nach drei Anläufen letztes Jahr überzeugend unter Beweis stellen. Jetzt sind sie eingespielt! Und genau das macht sie auch für 2017 wieder so gefährlich für die Konkurrenz.

Eine harmonische Paarung

Auch sonst machen die beiden auf- und abseits der Rennstrecke einen harmonischen Eindruck. Karl Platt, der dominante, fürsorgliche Typ, und Urs Huber mit seiner schweizerisch bestimmten Bescheidenheit ergänzen sich perfekt. Auch wenn es im Renngeschehen heiß hergeht, die beiden müssen sich verstehen und sich aufeinander verlassen können. Nicht nur menschlich, auch fahrerisch harmonieren Karl und Urs schon fast wie ein altes Ehepaar. Bergauf  sind beide ungefähr gleichauf. Karl, der etwas abfahrtsstärkere geht in den Downhills nach vorn und weist Urs die perfekte Linie. Auf der Ebene übernimmt oft Urs die Rolle der „Dampflock“ und macht Tempo. Wo Urs am Anfang des Etappenrennes der konditionell stärkere ist, überholt ihn Karl im Finale und dreht da noch einmal richtig auf. Vielleicht sind es oft die kleinen Unterschiede, die ein Sieger-Team so erfolgreich machen!?

Artikel Tipp! Erfahre mehr über Urs in seiner Homestory: Urs Huber Privat

Team BULLS II: Der Wagemutige und der Taktiker

Die Charakterzüge von Simon Stiebjahn und Tim Böhme spiegeln sich auch im Alter wider. Simon, der acht Jahre jüngere, trifft mit seiner frechen, draufgängerischen Art auf den eher überlegten Taktiker Tim. Beide profitieren  voneinander: Der eine riskiert  eher einmal etwas, der andere hat gelernt, seine Kräfte zunächst zurück zu halten und dann gezielt einzusetzen. Ein typischer Dialog der beiden im Rennen klingt etwa so: „Komm lass mal was versuchen...“ „Noch nicht, noch nicht... JETZT“. Konditionell ergänzen sich die beiden ähnlich wie Karl und Urs. Simon hat Cross Country-Gene in sich. Er ist der spritzigere und kann vor allem am Anfang richtig Tempo machen. Tim dagegen hält die Pace hoch und zieht das Tempo auch noch am Ende durch. Wenn man die beiden von außen betrachtet, machen sie einen brüderlich, vergnügten Eindruck. Der kleine Bruder hat mit dem großen viel Spaß. „Mit Tim gibt es immer was zu lachen. Er hat ein Talent Dinge anders zu betrachten und dabei das Komische zu entdecken“, so Simon über seinen Race-Partner Tim. Aber neben dem Spaß auf- und abseits der Strecke, sind die beiden vor allem für die BULLS Kapitäne da.

Die Edelhelfer

Böhme, konnte schon zwei Mal das Cape Epic auf dem Podium beenden. Einmal davon mit Simon Stiebjahn, womit sie sich ihre eigene Stärke bewiesen haben. Was die beiden aber so besonders wertvoll für Karl und Urs macht, ist ihre Loyalität den Kapitänen gegenüber. Ohne Rücksicht auf den eigenen Kraftverschleiß, spannen sich Simon und Tim vor ihren Kapitänen ein und machen für diese Tempo. Oder sie geben bei Defekten selbstlos ihr Material ab und verzichten damit auf eine eigene Topplatzierung.
Denn anders als beispielsweise bei der Tour de France, ist es den Fahrern nicht möglich, Material von außen anzunehmen.

„Die beiden bringen genau die Qualitäten mit, die sich ein „Kapitäns-Team“ wünscht“, so Urs Huber über seine beiden Edelhelfer.

„Wir bekommen viel zurück“

Vom technischen Können ihrer Kapitäne und dem pannensicheren Material profitiert das „Supporter Team BULLS II“. Der Griff zum Ersatzrad wird seltener und damit erhöht sich die Chance, gemeinsam vorne anzukommen. „Karl und Urs geben uns auch was zurück. Wenn wir die Chance haben, bei einer Etappe aufs Podium zu kommen, dann fahren die beiden im Finale auch mal für uns.“, so Tim Böhme über die gelegentliche Unterstützung seiner beiden Kapitäne. Das nennt man Team Spirit!

So zeichnet das Team BULLS vor allem zwei entscheidende Erfolgsfaktoren aus. Ihr Zusammenspiel in den Zweierteams, sowie die Dynamik und die Unterstützung der beiden Teams untereinander. Überraschend dabei ist: dass es oft die kleinen Unterschiede der Fahrer sind, die ein Sieger-Team so erfolgreich machen, weil sie sich gut ergänzen können.