Teammanager Friedemann Schmude im Interview

Team BULLS

Einblicke in die Welt eines Teammanagers

“Acht Tage Cape Epic sind Stress pur,
da muss alles passen!“

Der Countdown läuft. Am Sonntag (13.03.2015) startet das Absa Cape Epic in seine 13. Auflage. projectzebra.bulls.de sprach mit BULLS-Teammanager Friedemann Schmude über den Stand der Vorbereitung, die besonderen Herausforderungen des Cape Epic, über die härtesten Konkurrenten und natürlich die Aussichten des eigenen Teams. Mit Platt/Huber habe man ein ganz heißes Eisen im Feuer, ist sich Schmude sicher.

Wie laufen die letzten Rennvorbereitungen des Teams?

Es liegen knapp vier Monate intensiver Vorbereitung hinter uns, unsere Hausaufgaben haben wir gemacht. In der Woche vor dem Rennen geht es jetzt insbesondere darum, keine Fehler zu machen und allen Bereichen den letzten Schliff zu verpassen. Schlüsselstellen der wichtigsten Etappen, Equipment, Logistik, Zeit- und Verpflegungspläne – alles wird ein letztes Mal gecheckt. Für die Fahrer ist jetzt die richtige Balance von Belastung und Erholung besonders wichtig, nicht nur für den Körper, sondern auch für den Kopf. Acht Tage Cape Epic sind Stress pur, da muss alles passen!

Wie sehen die letzten Tage vor dem Start des Rennens für jeden Fahrer aus?

Der Aufgalopp zum Cape Epic beginnt mit der Pressekonferenz am Donnerstag in Kapstadt. Dort treffen wir zum ersten Mal auf die Konkurrenz und es gibt den ein oder anderen verbalen Schlagabtausch. Alles auf freundschaftlicher Ebene natürlich, aber ab jetzt kann man förmlich fühlen, wie die Spannung vor dem Prolog am Sonntag täglich steigt.

Sind die vier BULLS Starter in dieser Woche noch einmal intensiv aufs Rad gestiegen?

Tim Böhme und Simon Stiebjahn waren am Mittwochabend noch beim MTO Songo Champions Race in Kayamandi am Start. Karl Platt und Urs Huber sind tagsüber noch einmal die Schlüsselstellen der Königsetappe abgefahren. Freitag ist Ruhetag für die Fahrer – ein letztes, intensives Kräftesammeln sozusagen. Das Abschlusstraining am Samstag findet auf dem Prologkurs statt, gefolgt von einer ausgiebigen Behandlung durch die Physios am Nachmittag. Nach dem Abendessen gibt es die Einsatzbesprechung für den Prolog. Am Sonntag in Meerendal heißt es dann zum ersten Mal “volle Kanone“. Simon und Tim starten um 12.10 Uhr südafrikanischer Zeit, Karl und Urs gehen als vorletztes Team um 12.24 Uhr ins Rennen.

Ist jeder Fahrer auf den Punkt fit für das Rennen?

Definitiv! Alle vier Fahrer sind sehr gut durch den Winter gekommen, haben mindestens drei Trainingslager und etliche tausend Kilometer in den Beinen. Die Vorbereitung insgesamt ist nahezu perfekt verlaufen, was sich auch in den Siegen beim “Attakwas“, “Tankwa Trek” und in Sabie widerspiegelt. Klar, die Konkurrenz beim Cape Epic ist wesentlich härter und viel internationaler, aber das Leistungsniveau hier in Südafrika sollte man nicht unterschätzen, und die Siege waren zudem sehr gut für die Motivation.

Gibt es bestimmte Eigenarten des Cape Epic, denen Sie im Training Rechnung tragen?

Das Terrain hier in Südafrika ist sehr speziell und die Hitze nicht zu unterschätzen. Die Trainingseinheiten beginnen deswegen selten nach 9.00 Uhr, oftmals früher. Das kommt auch dem Rhythmus beim Cape Epic zugute, denn dort fällt der Startschuss bereits um 7.00 Uhr.

Worin liegen die besonderen Herausforderungen der 2016er-Route?

Die Strecke des Cape Epic stellt von Jahr zu Jahr höhere Anforderungen an die Fahrtechnik, dieses Jahr geht es insgesamt über mehr als 100 Kilometer gebaute Singletrails. Trotzdem beinhaltet die diesjährige Route mehr Höhenmeter pro Kilometer als je zuvor. Was liegt also näher, als genau auf diesen Strecken zu trainieren und dabei die spezielle Fahrtechnik mit der nötigen Intensität zu verbinden?

Wie liefen speziell die letzten Trainingsvorbereitungen in Südafrika?

Spätestens im Februar beginnt bei uns die spezifische Vorbereitung auf das Cape Epic. Diese absolviert die Mannschaft gemeinsam. Die Vorbereitungsrennen spielen dabei eine wichtige Rolle. In diesem Jahr waren es das dreitägige Etappenrennen “Tankwa Trek“ und der Marathon in Sabie. Hier ging es zum einen darum, nach den Wintermonaten wieder in den Rennrhythmus hineinzukommen und die nötige Wettkampfhärte für das Cape Epic in die Beine zu bekommen, zum anderen im Rennen als Team zu funktionieren. Beides ist uns auch sehr gut gelungen! Karl und Urs haben beim Tankwa Trek zwei von drei Etappen und auch die Gesamtwertung gewonnen, in Sabie haben beide Mannschaften dominiert und einen souveränen Doppelsieg eingefahren. Quasi perfekt, könnte man also sagen.

Wie stehen die eigenen Prognosen für einen weiteren Sieg des Team BULLS?

Das Cape Epic ist das größte und schwerste Etappenrennen der Welt, mit der härtesten Konkurrenz überhaupt. Auf den 625 Kilometern nach Meerendal warten so einige Überraschungen, es kann so viel passieren. Manche Teams beißen sich seit Jahren die Zähne daran aus, auch nur einmal aufs Podium zu fahren. Wir haben das Cape Epic bereits dreimal gewonnen und hatten, bis auf 2012, immer ein Team unter den ersten drei der Gesamtwertung. Betrachtet man diese Statistik, so stehen unsere Chancen sehr gut, auch dieses Jahr wieder zumindest ein Team aufs Treppchen zu bringen. Unser Ziel ist aber ganz klar der Sieg, und mit dem Duo Platt/Huber haben wir dafür ein ganz heißes Eisen im Feuer! Die beiden sind sehr erfahren und für den Sieg bereit, weit über ihr Limit hinauszugehen. Aber auch Stiebjahn/Böhme darf man nicht unterschätzen. Die beiden sind das wahrscheinlich stärkste Backup-Team im Feld und auch selber in der Lage ganz vorne mitzumischen. Zusammengefasst: die Chancen auf einen weiteren Gesamtsieg des Team BULLS stehen sehr gut!

Wer wird dieses Jahr der härteste Konkurrent sein?

Von der Papierform her sind Marathon-Weltmeister Alban Lakata und sein Partner Kristian Hynek von Topeak-Ergon mit Sicherheit die härteste Nuss. Karl und Urs sowie Alban und Kristian werden seit langem als die Topfavoriten gehandelt. Aber es gibt noch einige andere Teams, die man nicht unterschätzen sollte. Ein Blick in die Startliste genügt um zu wissen, dass sehr spannende acht Tage vor uns liegen!


In der aktuellen Ausgabe 3-4/2016 der "bikesport" gibt Friedemann Schmude einen Einblick in die Welt des Teammanagers

"Friedemann Schmude leitet das Team Bulls seit dessen Geburtsstunde. Im Gespräch verrät er, was ihn im Winter umtreibt, wie sich der Marathon verändert hat und was er über Frauen im Team denkt."

Das Interview gibt es hier als PDF-Download.

Interview Friedemann Schmude in der bikesport