Karl Platt holt EM Bronze

Team BULLS

Der Team BULLS Kapitän Karl Platt holte sich bei der Marathon Europameisterschaft im slowakischen Svit seine erste internationale Medaille. Damit hat der zweifache Deutsche Meister, nach einigen Anläufen seinen großen sportlichen Meilenstein gesetzt. Lest in INSIDE TEAM BULLS, wie Karl 25 Jahre auf die Medaille hingearbeitet hat, warum dieser Erfolg so besonders wichtig für ihn ist und wie er um Bronze bis zum letzten Meter kämpfte.

25 Jahre warten…

Wer Karls Palmarés liest, muss viel blättern. Seine nationalen wie internationalen Erfolge häufen sich in seiner nun 25 - jährigen Profikarriere. Fünf Cape Epic - und sieben Transalp- Siege, zwei deutsche Marathon Meistertitel, Bundesliga XC Siege, viele Siege bei großen Marathon Klassikern wie in: Riva, Willingen, Ischgl, Neustadt, dem Cristalp… Darauf folgt eine Vielzahl von Etappensiegen und auf Seite zwei geht es mit den Podest Plätzen weiter. Ganz am Schluss, fast schon als Randnotiz stehen zwei sechste Plätze bei Marathon Weltmeisterschaften und eine „Holzmedaille„ von 2008, als Karl Vierter bei der Europameisterschaft in Albstadt (Deutschland) wurde.

Alles was dieser langen und glanzvollen Profikarriere fehlte, war bis dato eine internationale Medaille. „Es war schon frustrierend, bei so vielen stark besetzten internationalen Rennen vorne mitzufahren, aber bei internationalen Meisterschaften nie das Glück zu haben auch dort auf dem Podium zu stehen!“ Doch wer Karl kennt, der weiß, dass sich der gestandene Profi immer wieder neu motiviert und aufs Neue an der Startlinie steht, um für den Erfolg zu kämpfen. Ein Kampf, der sich für den 39-jährigen in einem spannenden Rennen nun ausgezahlt hat.

„Bin mein Rennen gefahren“

Bis zum Gewinn der Bronzemedaille hat es Karl spannend gemacht. Erst im letzten Singletrailabschnitt konnte er sich entscheidend auf Position drei setzten und gab diese bis zum Zielsprint nicht mehr ab. So sicherte er sich zwei Sekunden vor dem Portugiesen Luis Pinto und dem Favorit Kristian Hynek aus Tschechien seine erste internationale Medaille. Gold und Silber machten der Vorjahres Weltmeister Tiago Ferreira und der aktuelle Marathon Weltmeister Alban Lakata souverän unter sich aus. Bis es zum „Showdown“ für Karl kam, hatte er aber jede Menge zu tun. Mitte des Rennens lag Karl nur auf Platz 12 und hatte mit sich und den kalten, widrigen Bedingungen zu Kämpfen. „Als es ab Kilometer 52 zur Sache ging, hab ich gemerkt, dass ich das hohe Tempo nicht halten kann und besser meinen eigenen Rhythmus fahre. Das war aber erst einmal demoralisierend, wenn „alle“ um dich herum schneller fahren.“ So Karl zu seiner Taktik während des Rennens. Seine Entscheidung hat sich ausgezahlt und er sammelte einen Kontrahenten nach dem anderen im Rennverlauf wieder ein. „Auf einmal hab ich Platz drei vor mir gesehen. Dann habe ich noch einmal alles mobilisiert und bin gefahren, bis ich Sternchen gesehen hab,“ so Karl zu seiner Aufholjagt.

Auf´s richtige Pferd gesetzt

Bei seiner erfolgreichen Aufholjagt kam ihm zugute, dass die letzten 20 Kilometer vorwiegend  technische Trails waren und er sich als hervorragender Techniker für sein „Wild Edge Team Di2“ Fullsuspension entschieden hatte. Damit war er auf dem 134 Kilometer langen Kurs mit über 4.100 Höhenmetern der einzige Profi, der sich für ein „Fully“ entschieden hat. „Ich habe lange überlegt, welches Bike ich fahren soll. Der Kurs war zwar technisch schwer, allerdings durch die vielen Höhenmeter, wäre das leichte „Black Adder Team Di2“ auch keine schlecht Wahl gewesen. Am Ende zahlte sich die Entscheidung für sein Cape Epic „Race Zebra“, dem „Wild Edge Team Di2“, aber voll aus und er holte nach 2011, durch Team BULLS Kollege Tim Böhme, die zweite EM Bronzemedaille nach Deutschland und ins Team BULLS.

„Ich bin überglücklich endlich eine internationale Medaille erkämpft zu haben. So lange habe ich auf diesen Moment gewartet und schon fast nicht mehr dran geglaubt. Gerade nach so einer „verkorksten“ Saison, wie sie 2017  ist, tut es gut ein Erfolgserlebnis einzufahren.“