Tim testet: Das BULLS E-Stream EVO TR 2 27,5+

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„Locker schnell fahren!“

Für unseren Test-Ride Artikel hat BULLS Profi Tim Böhme das E-Stream EVO TR 2 27,5+ von uns erhalten. Lest, was der Tour de France Etappensieger John Degenkolb mit der Geschichte zu tun hat und warum das Schlussfazit von seiner Frau kommt.

Ganz begeistert habe ich meinem Frankfurter Trainings-Kollegen John Degenkolb bei unserer Ausfahrt von meiner neuen Errungenschaft erzählt. Dass ich für den nächsten Artikel für „Tim testet“ ein E-Mountainbike bekommen habe und dieses nun endlich einmal ausgiebig fahren kann. Und wenn er möchte, könnte er auch mal damit eine Runde drehen. Sein Stirnrunzeln konnte ich sogar hören.

Hier ein kurzer Auszug aus seinem Fragenkatalog: „Bringt das überhaupt was?“, „Kann man sich damit überhaupt richtig belasten?“, „Fährt sich das wie ein richtiges Bike?“... Die Fragen kamen so schnell hintereinander, dass ich keine Chance hatte darauf zu antworten. Gerne hätte ich mitgeschrieben, denn in seinen gehaltvollen Fragen sah ich sogleich das Konzept für diesen Artikel. Da es nach seinem Fragenbeschuss in die nächste Abfahrt ging, bedankte ich mich höflich und schoss mit 60 Sachen hinterher. Im Rauschen des Windes vernahm ich noch, dass bald sein Vater käme und er es vielleicht mal fahren könnte. Na, immer hin!

 

Nach der „Ohrfeige“ kam ein Lächeln

Ich war noch mitten in der Rennsaison und das E-Bike stand erst einmal im Keller. Etwas verunsichert war ich erst mal schon, was mein Trainings-Kollege hinterfragt hatte. Schließlich gewann er eine Tour de France Etappe in diesem Jahr, bisschen Ahnung wird er haben.

Neuer Plan: als Erstes testet meine Frau das E-Stream EVO TR 2 27,5+ und wir können endlich mal „stressfrei“ eine gemeinsame Bike-Tour machen. Als ich ihr dann allerdings meinen Vorschlag freudig unterbreitete, sah sie mich an, als hätte ich sie gerade massivst beleidigt. Sie: „Nee lieber gemeinsam Gravelbiken, will selber fahren.“ Ich: „Nee, ich muss trainieren, E-Biken oder nix.“

Es hat dann nur einen Häuserblock gebraucht, bis ein Lächeln in ihr Gesicht zog und sie sich ein: „macht schon Spaß“ entlockte. Dann musste ich ihr erst einmal erklären, dass sie mir nun überlegen sei und bitteschön am besten immer auf meiner Höhe fahren solle. Das hat ungefähr einen Kilometer geklappt, nach der nächsten Rampe war sie 100 Meter vor mir. Aber gut, bin ja Profi, dass Loch sollte ich schon irgendwie zufahren können. Außer Atem angekommen, wollte ich mich noch mal vergewissern, ob sie verstanden hat, was ich ihr gerade gesagt habe!? Groß interessiert hat es sie glaube ich nicht, sie war hin und weg vom E-Biken und genoss das neue Fahrgefühl. Ich sah es dann positiv, wollte ja trainieren und so „unkompliziert“ war eine gemeinsame Ausfahrt schon lange nicht mehr.

 

Das E-Bike, ein Geschenk für die Ehe

Wir haben dann eine tolle, lange Runde gedreht und sind gemeinsam auf den Feldberg/ Taunus gefahren und die Trails wieder runter. Alles stressfrei, vor allem für meine Frau. Die Belastung kann so gesteuert werden, dass es anstrengt, aber nicht frustriert und wo sie früher ängstlich auf technischen Passagen war, rollt sie nun einfach drüber. Die perfekte Abstimmung des E-Stream EVO TR 2 27,5+ mit einem 250 Watt starken BROSE Motor macht es berghoch nun möglich und mit dem 650 Wh Akku muss man sich auch keine Gedanken über die Tourenlänge machen. Die bulligen 2.8er Schwalbe Reifen mit 120 mm Federelementen leisten dann auch im Trail ihren Dienst und lassen es zu, wie ein Downhiller bergab zu fahren. Begeistert und auch ausgepowert kamen wir beide zufrieden zu Hause an. Die ersten drei Fragen von John: „Bringt das überhaupt was?“, „Kann man sich damit überhaupt richtig belasten?“, „Fährt sich das wie ein richtiges Bike?“ konnten schon mal von meiner Frau mit „JA“ beantwortet werden. So, jetzt wollte ich aber auch mal.

 

Der Test-Ride: Meine Hausrunde locker auf Zeit

Als „Tester“ habe ich ja auch einen ernsthaften Auftrag. Also nahm ich meine Hausrunde als Referenz für das E-Stream EVO TR 2 27,5+, um euch meinen Eindruck zu schildern. Sie ist eine klassische Feierabendrunde. Einmal auf den Gipfel, schöne Flow-Trails runter und ein Zwischenstopp ist auch dabei.

Mir erging es erst einmal wie meiner Frau. Das E-Stream EVO TR 2 27,5+ kurz eingestellt, mich draufgesetzt, gleich wohlgefühlt und durch den ersten Motor-Push kam das Grinsen ins Gesicht. Macht schon Spaß. Auf dem Weg zum Feldberg geht es zwar beständig leicht bergauf, allerdings war ich auch beständig über 25 Km/h. Vom E-Bike Feeling hatte ich die erste halbe Stunde nur das Surren der dicken Schlappen vernommen. Endlich geht´s ab ins Gelände. Dort spürt man vor allem, dass man auf einem Bock mit voluminösen Reifen und 120 mm Federweg sitzt, wobei mir die 120 mm vorkamen wie 150 mm. Wurzelteppiche, die mir mit meinem Race-Bike wegen der Schläge von unten nervig vorkamen, fühlten sich jetzt an wie ein Plüschteppich. Mit leichter Motorunterstützung schwebt man förmlich dahin.

Dann geht es endlich in die Steigung und hier merkt man gleich, was E-Biken bedeutet: Man kann locker schnell fahren. Ich fahre ungern locker, bin ein Schnelltrainierer. Also drücke ich immer schön drauf und fahre über dem Renntempo berghoch. Oben auf dem Feldberggipfel angekommen, schau ich auf meinen Tacho und bin beeindruckt. In einer knappen Stunde habe ich es von meiner Haustüre in Frankfurt auf den Feldberg geschafft. Durchschnittspuls 146 S/min, 21 Kilometer mit knapp 1.000 Höhenmeter. Wow, das war schnell. Im Ganzen bin ich meine Hausrunde um ca. 20 Minuten schneller gefahren bei gefühlt gleicher Anstrengung. Damit habe ich mit dem ersten Irrtum aufgeräumt, dass man mit einem E-Bike nur locker fahren kann.

Mein Eindruck: Die Belastung ist in etwa die Gleiche, man ist nur eben einen Tick schneller unterwegs. Wie in meinem Fall statt 2:20 Stunden, nur noch 2 Stunden. Damit hat man noch lange nicht das Gefühl, dass man mit irrsinniger Geschwindigkeit durch den Wald rast, aber man kommt den Anstieg in einem deutlich höheren Tempo hoch.

Im Flow-Trail bergab habe ich dann verstanden, was meine Frau mit: „fährt sich sicher“ meinte. Durch den tiefen Schwerpunkt, den langen Radstand, den dicken Reifen und 120 mm Federweg, dazu Bremsen, die auch richtig zupacken können, fährt sich das E-Stream EVO TR 2 27,5+ spürbar komfortabel. Auch durch Zickzack-Kurven lässt es sich überraschend agil steuern. Allein vom doch beträchtlichen Mehrgewicht, das ich sonst von meinen Race-Bikes nicht gewohnt bin, merke ich, dass ich wohl mal wieder ins Fitness Studio sollte. Ein knapp 25 Kilo schweres Bike zu handeln ist doch kraftraubender als ich dachte.

Da hat sich gerade zum richtigen Zeitpunkt, auf halber Strecke bergab, die Gartenwirtschaft angeboten. Na, wenn mir schon alle vorwerfen, dass man es mit einem E-Bike gemütlich angehen lässt, dann kann ich mir`s auch mal gemütlich machen.

Fazit: Warum stehen so viele dem E-Bike kritisch gegenüber?

Es gibt ein davor und ein danach. So auch beim E-Bike. Wer noch nie eines gefahren ist, der hat schnell kritische Punkte zur Hand. Und mir scheint, das ist immer noch die Mehrheit. Aber diejenigen, die in den Genuss gekommen sind, wollen es nicht mehr missen.

E-Bikes und Non-E-Bikes haben beide ihre Berechtigung und beide eint ein Zweck: Spaß auf dem Bike, verbunden mit einem Naturerlebnis für Körper und Geist.

Um es mit den kernigen Worten meiner Frau zu sagen: „Das E-Bike ist das bessere Bike.“  Durch die Motorunterstützung fällt die Komponente Gewicht weg und das E-Bike lässt sich zweckorientierter konstruieren und ausstatten. Wie beim E-Stream EVO TR 2 27,5+ sind voluminöse 2.8er SCHWALBE Smart Sam Reifen montiert, potente Scheibenbremsen mit 180 mm Scheiben greifen bissig zu und ein großzügiger 120 mm Federweg sorgt für Komfort. Wer keine Lust hat, deshalb ein 15 Kilo Bike mit sich herumzuschleppen, aber auf die Vorzüge nicht verzichten will, kann sich nun sanft vom E-Motor unterstützen lassen. Und seien wir doch mal ehrlich, wem macht es Spaß, sich mit 8 Km/h den Berg hoch zu quälen, wenn es auch 5 Km/h schneller geht!?

Eben! Fahrspaß hat man mit dem E-Stream EVO TR 2 27,5+ auch auf dem Trail, dort fühlt es sich mit seiner Geometrie und Ausstattung richtig wohl. Deshalb auch das „TR“ für Trail im Namen. Damit passt es perfekt in mein Beuteschema: Ein Top E-MTB für Leute, die auf sportlich geschnittene E-Bikes stehen, zu einem fantastisch fairen Preis. So wird dieses E-MTB wohl auch einen Platz im Hause Böhme finden. Aber davor macht es noch einen Ausflug zur Familie Degenkolb in den Taunus. Die sind mittlerweile doch auch heiß geworden, das E-Stream EVO TR 2 27,5+ einmal zu testen.

 

Bis zum nächsten Test-Ride!

Euer Tim

 

 

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