BULLS Technik ABC
Aluminium 7005/6061
Im Fahrradrahmenbau häufig verwendete Aluminiumlegierungen, die hinsichtlichihrer Zusammensetzungen, Festigkeiten und anderen Eigenschaften exakt definierten Spezifikationen entsprechen müssen. Aus diesen Aluminiumlegierungen lassen sich leichte, robuste, verwindungssteife und gut gegen Korrosion geschützte Rahmen und Gabeln bauen.
Ausfallende
U-förmige, bei hochwertigen Konstruktionen meist geschmiedete Enden des Rahmenhinterbaus und der Gabel, in denen die Laufradachsen fixiert werden. Bei höherwertigen Rahmen, insbesondere solchen aus Aluminium und Carbon, ist das rechte hintere Ausfallende mit einem austauschbaren Schaltauge zur Befestigung des Schaltwerks ausgestattet. Dieses kann nach einer Deformation beispielsweise in Folge eines Sturzes leicht ausgewechselt werden.
Bar Ends
Lenkerhörnchen/Bar Ends werden typischerweise an Mountainbikes und Trekkingbikes mit geraden Lenkern montiert und bieten dem Fahrer eine zusätzliche Griffposition, insbesondere im Wiegetritt, dem Fahren im Stehen. Sie ermöglichen dadurch eine abwechslungsreichere Sitzhaltung und beugen Ermüdungserscheinungen in den Händen vor.
Biaxiale Rohre
Diese Rohrform findet man vor allem an Unterrohren und etwas weniger häufig an Oberrohren. Biaxial geformte Rohre weisen sich ändernde elliptische Querschnittsformen auf. So ist ein solches Unterrohr am Tretlager „queroval“ geformt. Dort kommt es infolge der Tretkraft des Fahrers auch zu einer starken seitlichen Belastung, und dementsprechend ist der Rohrquerschnitt deutlich breiter als hoch. Dieser ausgeprägt ovale Querschnitt geht dann im weiteren Verlauf des Rohrs Richtung Steuerrohr in einen runden Querschnitt über, der sich dann allmählich in einen hochovalen Querschnitt wandelt, der deutlich höher als breit ist und so den vorwiegend vertikalen Belastungen des Steuerkopfes mit maximaler Widerstandsfähigkeit begegnet.
Bowdenzug/geschlossene Zugführung
In einer in Längsrichtung druckstabilen Außenhülle bestehend aus einem Spiraldraht (Bremse) bzw. axial angeordneten Runddrähten (Schaltung) mit Kunststoffhülle und innen liegendem Gleitröhrchen gleitet ein Innenzug und betätigt mechanische Bauteile wie Bremsen oder Schaltung. Im Sinne maximaler Resistenz gegen Verschmutzung und minimalen Reibungswiderstands sollte diese Außenhülle durchgängig verlegt sein.
Butted
Im Fahrradenglisch wird der Begriff butted verwendet, wenn man Rohre beschreibt, deren Wandstärke sich im Verlauf ihrer Länge ändert. Als möglichst exakte deutschsprachige Entsprechung in einem Wort hat sich „endverstärkt“ eingebürgert. Falsch ist hingegen die oft anzutreffende Übersetzung mit „konifiziert“ (-> tapered).
Man verwendet endverstärkte Rohre, also solche, bei denen die Wandstärke an ihren Enden größer ist als in ihrer Mitte, in erster Linie, um Gewicht zu sparen. Denn die Wandstärke, die man an den Verbindungsstellen der Rohre braucht, um diese dort gut schweißen zu können und die nötigen Festigkeiten zu erzielen, werden im weiteren Verlauf der Rohre in aller Regel nicht benötigt und stellen dort unnötigen Ballast dar.
Man unterscheidet „plain gauge“ (=Rohr mit einer durchgehenden Wandstärke, „single butted“ (Rohr, das an einem Ende eine dickere Wandstärke aufweist), „double butted“ (Rohr, das an beiden Ende die gleiche und in der Mitte eine geringere Wandstärke aufweist), bzw. „triple (und) quadruple butted“ (Rohr, das in seinem Verlauf drei bzw. vier verschiedene Wandstärken aufweist).
Chromoly
Umgangssprachlicher Ausdruck für Chrom-Molybdän-Stahllegierung (Cr-Mo-Stähle). Für Fahrradrahmen und hoch belastete Komponenten wie beispielsweise Achsen werden hauptsächlich die Legierungen 25 CrMo4, 34 CrMo4 und 42 CrMo4 verwendet. Diese Legierungen zeichnen sich durch erhöhte Zug- und Schwingfestigkeit gegenüber normalen Baustählen aus und gestatten daher gewichtsoptimierte Konstruktionen.
Drehgriffschalter
Schalter zur Steuerung der Gangschaltung, bei der das gewünschte Ritzel bzw. Kettenblatt oder der Gang einer Nabenschaltung durch Drehen am Griff vorgewählt wird. Meist so ausgelegt, dass er zusammen mit einem feststehenden Teil den Lenkergriff bildet.
Downhill/Freeride
Bezeichnung für Bergabfahrten oder -rennen in unbefestigtem Gelände. Downhill-/Freeride-Rennen sind eine der spektakulärsten Formen des MTB-Rennsports.
Druckstufe/Zugstufe
Als Druckstufe wird der Weg durch die Dämpfung bezeichnet, den das Dämpfungsfluid – in aller Regel ein Öl – nehmen muss, wenn ein Federelement wie eine Gabel oder ein Federbein einfedert. Die Druckstufe wird also genutzt, um die Geschwindigkeit dieser Einfederbewegung zu kontrollieren.
Im Gegensatz zur Druckstufe kontrolliert die Zugstufe die Ausfederbewegung. Indem sie der Strömung des Dämpfungsfluids einen in der Regel einstellbaren Widerstand entgegensetzt, sorgt sie bei richtiger Einstellung dafür, dass das Federelement nicht zu schnell und nicht zu langsam ausfedert.
Dual Control
Von Shimano geprägter Begriff, der die Integration der Schaltfunktion in den Bremshebel bezeichnet. Im Deutschen wird diese Komponente als Schaltbremshebel bezeichnet.
Federgabel, einstellbar
Das Federverhalten der Gabel ist auf das Gewicht, die Fahrsituation oder das Komfort- Bedürfnis des Fahrers einstellbar. Dafür stehen grundsätzlich folgende Parameter zur Verfügung: Federvorspannung (bzw. Luftdruck), Zugstufen- und Druckstufendämpfung, Federweg, wobei nicht alle Gabeln alle diese Einstellmöglichkeiten aufweisen.
Female Rahmen
Rahmen mit für Frauen optimierter Geometrie, die sich vor allem durch ein gemessen an der Rahmengröße kürzeres Oberrohr auszeichnet. Dadurch lässt sich eine aufrechtere Sitzposition realisieren. Auch für Herren geeignet, die aufrechter sitzen möchten.
Floodgate Plattform
Die „Plattform“ steuert das Ansprechverhalten und damit die Einfederbewegung des Dämpfers über die Druckstufe der Dämpfung. Mittels eines Hebels lässt sich in einem weiten Bereich einstellen, bis zu welcher Schlagintensität die Gabel oder das Federbein im Sinne maximaler Vortriebseffizienz nicht arbeitet. Überschreitet die Intensität eines Stoßes diese Schwelle, so öffnet das Floodgate und sorgt so dafür, dass der Stoß abgefedert werden kann und nicht mit voller Härte bis zum Fahrer vordringt.
Full Suspension Bikes
Ein Mountainbike mit Vorderrad- und Hinterradfederung. Umgangssprachlich werden Full Suspension Bikes auch Fullies genannt.
Hardtail
Ein Mountainbike mit Vorderradfederung und starrem Hinterbau.
Hohlkammerfelgen
Bezeichnung für Felgen, deren Querschnittsprofil einen geschlossen Teil aufweist, wodurch der Verformungswiderstand der Felge gegen alle Arten von Belastung deutlich zunimmt. Die Gefahr von Seitenschlägen, Unwuchten und Speichenbrüchen wird erheblich reduziert. Mit zunehmender Querschnittsfläche dieser Hohlkammer steigt die Verdrehsteifigkeit der Felge.
Horst-Link
Der Name „Horst-Link“ bezeichnet ein Gelenk im Hinterbau von vollgefederten Fahrrädern. Dessen Spezialität ist seine Lage in der Kettenstrebe, also zwischen Tretlager und Hinterachse. Ohne ein solches Horst-Link ist die Bahn der Hinterachse beim Einfedern des Hinterbaus eine Kreisbahn um das Hauptlager des Hinterbaus, welches in der Regel nahe am Tretlager positioniert wird. Dies führt insbesondere bei Rädern mit Kettenschaltung unvermeidlich zu Antriebseinflüssen in die Federung, die man vermeiden möchte. Mit dem Horst-Link kann man der Bahn der Hinterachse eine andere Form geben und so die Antriebseinflüsse reduzieren. Es verdankt seinen (inoffiziellen) Namen seinem Erfinder Horst Leitner (AMP-Bicycles), der es in den 1980er Jahren erstmals verwendete und patentieren ließ. Dieses Gelenk ist Grundlage für den klassischen Viergelenk-Hinterbau.
Hydraulikbremse
Bremse, bei der die am Bremshebel eingeleitete Handkraft des Fahrers mittels Öldruck an die eigentliche Bremse übertragen wird. Die Vorteile einer hydraulischen gegenüber einer mechanisch betätigten Bremse sind die deutlich geringere Reibung und damit bessere Dosierbarkeit sowie die verschleißfreie Kraftübertragung, die sich in einem deutlich geringeren Wartungsaufwand zur Aufrechterhaltung der maximalen Performance niederschlägt.
Integrierter Steuersatz
Steuerrohr, das die Lagerschalen für den Steuersatz nicht als außen liegende Einheiten sondern innen liegend aufnimmt. Es gibt verschiedene Konstruktionen und derzeit noch keinen einheitlichen Standard. Doch gemeinsamer Vorteil dieser Technik sind eine aufgeräumte Optik und meist längere Lebensdauer durch die größeren Lager.
Kompaktkurbeln
Als Kompaktkurbeln werden solche Kurbeln für Rennräder bezeichnet, bei denen das kleine Kettenblatt eine kleinere Größe als 38 Zähne aufweisen kann. In den letzten Jahren hat sich ein Standard etabliert, der mit einem Lochkreisdurchmesser von 110 mm für die fünf Befestigungsbohrungen Kettenblätter mit einer minimalen Größe von 34(33) Zähnen zulässt. Traditionelle Rennradkurbeln haben hingegen Befestigungslochkreise von 130 mm (Shimano-Standard) bzw. 135 mm (Campagnolo), deren kleine Kettenblätter minimal 38 bzw. 39 Zähne aufweisen können.
Kompaktkurbeln wurden eingeführt, um kleinere Übersetzungen für Bergfahrten realisieren zu können, ohne einen Antrieb mit einer Dreifach-Kurbel verwenden zu müssen.
Lockout / Remote Control Lockout / Poploc Remote Lockout / Pushloc
Extra-Ausstattungsmerkmal einer Federgabel oder eines Federbeins. Eine Lockout-Funktion gestattet es dem Fahrer, die Federung bei Bedarf abzuschalten, beispielsweise wenn er im Wiegetritt fahren möchte. „Remote Control Lockout“ (Suntour), „Poploc Remote Lockout“ (Rock Shox), „Clickit Remote Lockout“ (Answer Manitou) sind verschiedene Bezeichnung für Lenkerfernbedienungen, die das Ein- und Ausschalten der Federung vom Lenker aus ermöglichen.
Nabe
Zentraler Teil des Laufrades mit den Lagern und der Achse. Die Nabe nimmt die Speichen auf, mittels derer die Felge um die Nabe „zentriert“ wird.
Nabenschaltung
Als Nabenschaltung wird eine Hinterradnabe bezeichnet, in die ein Getriebe integriert ist, welches (mindestens zwei) verschiedene Übersetzungen realisiert. Der wesentliche Vorteil gegenüber einer Kettenschaltung besteht im geschlossenen Aufbau. Sämtliche Komponenten des Getriebes sind dort vor Verschmutzung geschützt. Der Verschleiß einer Nabenschaltung ist im Vergleich zu einer Kettenschaltung sehr gering. Wegen des höheren Aufwandes bei der Herstellung der Nabenschaltung im Vergleich zur Kettenschaltung ist ihr Verkaufspreis in der Regel höher. Die Nachteile gegenüber der Kettenschaltung bestehen in einem bis heute mehr oder weniger deutlich höherem Gewicht des Antriebs sowie einem häufig (jedoch nicht immer) spürbar schlechteren Wirkungsgrad der Kraftübertragung.
Rahmengeometrie
Gesamtheit der Längen- und Winkelmaße eines Rahmens. Durch rund 10 Maße ist die Geometrie eines Rahmens eindeutig festgelegt. Sie entscheidet über die Fahreigenschaften und in Abhängigkeit von den Körpermaßen und Erwartungen des Fahrers an die Sitzposition auch über die Eignung des Rahmens.
Rahmenhöhe
Rahmengrößen werden meistens in Rahmenhöhen angegeben. Das gebräuchlichste Maß ist dabei der Abstand zwischen Mitte Tretlager und Oberkante Sattelrohr. Gemessen wird in Zoll oder Zentimeter.
Oversized
Bezeichnung für überdurchschnittlich größere Rahmenrohr-Durchmesser. Der Begriff stammt aus der Zeit, als man begann, in verstärktem Maße Aluminiumrohre für Fahrradrahmen zu verwenden. Diese sprengten durch ihre größeren Durchmesser die gewohnten Abmessungen von Rahmenrohren. Je größer der Durchmesser eines Rohres ist, umso höher ist seine Biegesteifigkeit. Heute wird der Begriff eigentlich nur noch verwendet, wenn ein Bauteil größer dimensioniert wird als der durch die Vielzahl der vergleichbaren Bauteile definierte Standard.
Rücktrittbremse
Hinterradbremse, die durch Rückwärtstreten der Tretkurbel betätigt wird. In Deutschland häufig anzutreffender Bremsentyp, international allerdings kaum üblich. Die Rücktrittbremse ist sehr wartungsarm und betriebssicher. Ihre Bremswirkung ist aber im Allgemeinen schlechter als die moderner Felgen- oder gar Scheibenbremsen.
Schaltwerk
Bezeichnung für den am hinteren, rechten Ausfallende befestigten Mechanismus, der die Kette über die verschiedenen Ritzel bewegt.
Scheibenbremse
Stand der Bremsentechnik für alles, was Räder hat, ob Auto, Motorrad, Flugzeug, Zug und zunehmend auch Fahrräder. Zwei Bremsbeläge fassen eine sich drehende, fest mit dem Rad verbundene Scheibe von beiden Seiten. Scheibenbremsen gibt es in mechanischer Form, betätigt über einen Bowdenzug oder – noch wirkungsvoller – in hydraulischer Form, betätigt über eine Öldruckleitung.
Shimano Shadow
Mit Shadow bezeichnet Shimano eine spezielle Bauform des hinteren Schaltwerks, die sich durch einen deutlich reduzierten seitlichen Überstand auszeichnet. Das Schaltwerk beansprucht je nach Vergleichsbasis 11 bis 18 mm weniger seitliche Ausladung als konventionelle MTB-Schaltwerke und reduziert dadurch erheblich die Gefahr der Beschädigung des Schaltwerks im Falle eines Sturzes, unachtsamer Handhabung oder beim Befahren sehr enger Pfade. Mit dieser Neuentwicklung hat Shimano außerdem die Tendenz konventioneller Schaltwerke beseitigt, bei Fullsuspensionbikes im harten Geländeinsatz gegen die Kettenstrebe zu schwingen.
Sloping Rahmen
Rahmenform mit nach hinten abfallendem Oberrohr.
Smooth Welding
Bezeichnet ein Schweißverfahren, dessen Nähte im Gegensatz zur Raupenstruktur konventioneller Schweißnähte eine glatte (=smooth) Oberfläche aufweisen. Diese entsteht durch Aufbringen einer zweiten Naht nach der eigentlichen Verbindung der Rohre. Der für diese zweite Naht verwendete Schweißzusatzwerkstoff hat eine besondere Zusammensetzung, die ihn in Verbindung mit einer erhöhten Schweißstromstärke derart verlaufen lässt. Die glatte Oberfläche verbessert den Kraftfluss an den Schweißnähten und gefällt vielen Betrachtern besser. Wenn man vom erhöhten Fertigungsaufwand absieht, reduzieren sich die Nachteile dieser Verarbeitungstechnik auf ein etwas höheres Gewicht der so hergestellten Rahmen.
Steckachse
Als Steckachse bezeichnet man die vom Motorrad bekannte Befestigungsweise der Laufräder, bei denen die Achse nicht fest in die Nabe eingebaut ist, sondern bei der Montage des Laufrads durch die entsprechenden Bohrungen im Rahmen/der Gabel und durch die Lager der Nabe hindurch gesteckt und dann gesichert wird. Als Vorteile dieser Konstruktion gelten die höhere Steifigkeit der Verbindung und der meist deutlich größeren Achse sowie die präzise und gegen Verrutschen optimal gesicherte Befestigung des Laufrads. Dem stehen als Nachteile im Vergleich zu einer konventionellen Konstruktion mit Hohlachse, Schnellspanner und geschlitztem Ausfallende ein deutlich zeitaufwändigerer Ein- und Ausbau und meist auch ein gewisses Mehrgewicht gegenüber.
StVO
Straßenverkehrsordnung. Die StVO regelt die Verhaltensweisen der Verkehrsteilnehmer im Straßenverkehr.
StVZO
Straßenverkehrszulassungsordnung. In der StVZO werden die Ausstattungsmerkmale eines Fahrrades geregelt. Hier ist beispielsweise festgelegt, welche Beleuchtungsanlagen und Klingeln für Fahrräder zugelassen sind.
STW-Wert
STW = Stiffness to Weight. Dieser Wert ergibt sich als Quotient eines gemessenen Steifigkeitswerts zum Gewicht eines Bauteils, meist eines Rahmens und liefert so einen Anhaltspunkt zur Beurteilung der Effizienz einer Konstruktion. Denn in aller Regel möchte man mit möglichst geringem Materialeinsatz (Gewicht) eine maximale Steifigkeit erzielen. Zur Ermittlung des STW-Werts von Rahmen wird, wenn nicht anders angegeben, die Torsionssteifigkeit des Rahmens gemessen. Sie entspricht dem Moment, das am Steuerrohr des Rahmens eingeleitet werden muss, um das Steuerrohr gegenüber der fest eingespannten Hinterachse um 1° zu verdrehen. Die Einheit für den STW-Wert ist dann Nm/[° x g].
Systemlaufradsatz
Systemlaufräder sind Laufräder, die als fertige Bauteile von einem Hersteller geliefert werden. Sie stehen damit im Gegensatz zu der früher beinahe ausschließlich verbreiteten Praxis, bei der ein Fahrradhersteller die Laufräder aus Einzelkomponenten verschiedener Hersteller kombinierte und diese dann in seinem Werk einspeichen (=bauen) ließ. Ein Systemlaufrad bietet den offensichtlichen – wenn auch heute lange noch nicht immer genutzten – Vorteil, dass der Konstrukteur alle Komponenten, also Nabe, Speichen und Felge optimal aufeinander abstimmen kann. Davon kann ein solches Laufrad nicht nur durch ein abgestimmtes Design profitieren, sondern auch im Hinblick auf sein Gewicht, seinen Luftwiderstand und auch seine Widerstandsfähigkeit und Lebensdauer.
Tapered
To taper bedeutet im Englischen konisch zulaufen (lassen). Im Fahrradbereich wird tapered vorwiegend im Zusammenhang mit Rahmenrohren benutzt und dann korrekt mit konifiziert übersetzt (vgl. ->Butted). Konifizierte Rahmenrohre werden verwendet, um Gewicht zu sparen, Rohre an die sich in ihrem Verlauf ab- oder zunehmenden Belastungen anzupassen oder auch um Platz zu schaffen. Sehr gebräuchlich sind konifizierte Kettenstreben und auch Sitzstreben. Die Hauptrohre, also Ober-, Sitz- und Unterrohre werden hingegen erst seit Einführung von Aluminiumlegierungen als Hauptwerkstoff für Fahrradrahmen konifiziert, da sich Rohre aus Aluminiumlegierungen deutlich leichter und flexibler in ihrer Form manipulieren lassen als Stahl- oder Titanrohre.
Torsionssteifigkeit
Verwindungs-/Verdrehsteifigkeit. Als solche bezeichnet man den Widerstand einer Konstruktion gegen Verdrehung, typischerweise um ihre Längsachse. Sie wird angegeben in Newtonmeter pro Grad Verdrehung, also Nm/°.
Triple Compound Gummimischung
Ein Reifenprofil, das aus drei verschiedenen Gummimischungen besteht, um den sich zum Teil widersprechenden Anforderungen im Hinblick auf Hafteigenschaften, Rollwiderstand, Lebensdauer und Gewicht gerecht zu werden.
Bei einem Schwalbe MTB-Reifen aus der Evolutionserie besteht beispielsweise der Großteil der Lauffläche, also der Kontaktzone des Reifens mit dem Untergrund, aus dem „Offroad Racing Compound“, welches sich durch gute Traktion und Verschleißfestigkeit auszeichnet. Die sich beim Abrollen des Reifens stark verformende Basis der Lauffläche bildet hingegen das Qualifier Compound, das aufgrund seiner hohen Elastizität für exzellent niedrige Rollwiderstandswerte sorgt. Auf den Schultern des Reifens, die vor allem in Schräglage beansprucht werden, wird hingegen das Maximum Grip Compound verwendet. Es zeichnet sich durch höchste Haftreibung und niedrige Rückstellkräfte aus, wodurch es insbesondere bei Nässe aber auch bei unebenem Untergrund für zuverlässige Quertraktion sorgt.
Tube-to-Tube-Verfahren
So wird das Verfahren bezeichnet, das den aktuellen Stand der Fertigung von Carbonrahmen darstellt. Früher wurden Carbon-Fahrradrahmen häufiger als Monocoques, also als einteilige Struktur ohne Fügestellen in einer großen Form hergestellt. Im Gegensatz dazu besteht ein im Tube-to-Tube-Verfahren hergestellter Rahmen aus mehreren einzeln gefertigten und gebackenen Teilen. Diese werden an ihren Verbindungsstellen dann passgenau gefräst und in einer Vorrichtung, welche die Geometrie des fertigen Rahmens vorgibt, miteinander stumpf verklebt. Dann werden diese Fügestellen mit zusätzlichen Carbonfaser-Lagen umwickelt, welche dann in einem weiteren „Backprozess“ ausgehärtet werden. Mit dieser Fertigungstechnik lassen sich Rahmen mit einem optimalen Verhältnis von Steifigkeit zu Gewicht (->STW-Wert) realisieren.
U-Brake
Felgenbremse, bestehend aus zwei Armen, die nur durch einen Querzug miteinander verbunden sind, und zusammen betrachtet, in der Form eines U oder Hufeisens angeordnet sind. Sie wird heute hauptsächlich noch bei BMX Rädern verwendet.
Überstandshöhe
Abstand von der Oberkante des Oberrohrs an einem definierten Punkt (beispielsweise senkrecht oberhalb des Tretlagers) zum horizontalen Boden, auf dem das Fahrrad mit seinen Laufrädern steht.
V-Brake
Felgenbremse, bei der die Bremsbeläge an Kipphebeln am Rahmen befestigt sind. Der Drehpunkt der Kipphebel liegt unterhalb der Felgenbremsflanke. Der Bremszug steuert, vom Bremshebel kommend, über ein Umlenkröhrchen, bzw. eine Rolle, einen der beiden Hebel direkt an. Dort wird die Außenhülle gegen gehalten, während der Innenzug, meist horizontal, zum anderen Arm weiterläuft und dort befestigt wird. Die V-Brake verdankt Ihren Namen der V-förmigen Stellung der beiden Hebel zueinander. Die V-Brake ist die kräftigste in Großserie realisierte Bauart einer Felgenbremse.
Vorbau
Der Lenkervorbau, oder einfach nur Vorbau, hält den Lenker und stellt dessen Verbindung zur Vorderradgabel her. Er muss im Fahrbetrieb sicher hohen Kräften standhalten, die z.B. durch Schlaglöcher, Sprünge, etc auftreten können. Vorbauten gibt es in verschiedenen Winkelstellungen und Längen oder als einstellbare Vorbauten, welche auch ohne den Austausch des Vorbaus eine Anpassung der Sitzposition ermöglichen.
Zoll
Maßeinheit für Längen im angelsächsischen Einheitensystem.
1 Zoll = 2,54 cm
