Bereits 2010 hat BULLS damit begonnen einige Räder nach dem ENDURANCE LITE CONCEPT (kurz ELC) zu entwickeln. Ab 2012 sind alle nach diesem Konzept entwickelten Rahmen auch mit dem ELC Logo gekennzeichnet. Hinter dem Namen verbirgt sich ein Konzept, das Leichtigkeit und Komfort miteinander kombiniert. Nachdem einige Jahre das Augenmerk vor allem auf dem Verhältnis von Steifi gkeit zu Gewicht lag, ist heute bekannt, dass hohe Steifigkeit in antriebsrelevanten Bereichen zwar unerlässlich ist, es jedoch nicht sinnvoll ist, den gesamten Rahmen extrem steif zu gestalten. Ein solcher in alle Richtungen extrem steifer Rahmen fährt sich nicht nur unkomfortabel, sondern sorgt auch für ein unsicheres Fahrgefühl. Zudem ermüdet mangelnder Komfort den Fahrer vorzeitig. Daher strebt man inzwischen bei der Konstruktion das Optimum eines Rahmens, der gegenüber Antriebskräften möglichst steif ist und Lenkimpulse optimal umsetzt, Fahrbahnstößen gegenüber jedoch möglichst viel Nachgiebigkeit aufweist.
Die BULLS Rahmen der neuesten Generation setzen seitlich wirkenden Kräfte durch breite Querschnitte der relevanten Rohre hohen Widerstand entgegen. Wirkungsvoll sind hier eine Querovalisierung von Oberrohr und Sitzstreben, sowie ein möglichst breiter Anschluss von Sitz- und Kettenstreben am Hauptrahmen. Bei den Sitzstreben wird dies dadurch erreicht, dass diese nicht wie herkömmlich am Sattelrohr angeschweißt werden, sondern seitlich direkt auf das in der Breite überdimensionierte Oberrohr treffen. Um die Kettenstreben möglichst breit anschließen zu können, setzt BULLS bei vielen Rennrädern und Mountain Bikes, aber vor allem bei den 29ern Press-Fit-Tretlagergehäuse ein. Diese sind mit 92 mm deutlich breiter als das 68 mm breite BSA Standardgehäuse. Alle diese Maßnahmen machen die Fertigung der Räder zwar deutlich aufwändiger, steigern aber die Seitensteifi gkeit ohne Mehrgewicht.
Ein weiterer Grund für die breite, aber flache Auslegung der Rohre ist das Ziel, den Rahmen am Sattel einen gewissen Komfort zu geben. Die in vertikaler Richtung sehr fl achen Rohre lassen in Verbindung mit schlanken Sitzstreben und ebensolchen Sattelstützen den Sattel bei Fahrbahnstößen um einige Millimeter einfedern. Dies ist ausreichend, um das Fahrgefühl deutlich zu verbessern und zermürbende Vibrationen zu dämpfen.
Im Bereich von Antrieb und Lenkung legt BULLS besonderen Wert auf die Steifi gkeit. Die gesamte Pedalkraft des Fahrers soll in Vortrieb umgesetzt werden und nicht im sich verwindenden Rahmen verpuffen. Ebenso direkt müssen alle Lenkbefehle umgesetzt werden. Am Beispiel der BULLS Carbonmodelle Black Adder und Night Hawk beschrieben, werden die Pedalkräfte über die sehr breite Lagerung des Press-Fit-Tretlagers in den Rahmen geführt. Dort wirken die Kräfte vor allem als Torsion auf das Unterrohr und als Querkraft auf das Sattelrohr. Für überragende Steifi gkeit ist das Unterrohr mit 60 mm Durchmesser stark überdimensioniert. Es bildet als dünnwandiges und großvolumiges Rohr die unter Leichtbauaspekten beste Form, um Torsionskräfte aufzunehmen. Das Sattelrohr ist im unteren Bereich so breit wie möglich gestaltet und als abgerundeter Vierkant ausgeführt. So können die Kräfte ideal entlang der Rohrwandung aufgenommen werden. Das untere Steuersatzlager hat einen Innendurchmesser von 1,5 Zoll, so dass es nicht nur langlebiger ist, sondern auch die Verwendung von konischen und damit steiferen Gabelschäften erlaubt. Dies ist besonders sinnvoll bei der Verwendung von Carbonschäften oder harter Beanspruchung bei Mountain Bikes. Durch das voluminöse Unterrohr wird zudem eine ideale Verbindung zum Steuerrohr geschaffen.
