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22.07.2010

Team Bulls erobert in Malè die Gesamtführung

Platt/Sahm übernehmen Gelb – Dietsch/Böhme aus dem Rennen

„Es geht nicht mehr, ich bin am Ende.“ waren die Worte von Tim Böhme spät am gestrigen Abend. Der Bulls-Profi hatte in schon in den vergangenen Tagen konstant schlechte Beine und quälte sich bisher mehr durch die Rundfahrt als daß er richtig Rennen fuhr. Zusätzlich wurde der Freiburger von Magen-Darm-Problemen geplagt. Da keine Besserung seines Zustands in Sicht war und das Podium für Dietsch/Böhme nach dem herben Zeitverlust auf der fünften Etappe klar außer Rechweite lag, traten Thomas Dietsch und Tim Böhme nicht mehr zur sechsten Etappe an. „Wir haben zu seinem eigenen Schutz so entschieden. Es macht keinen Sinn mehr für Tim, er ist völlig erschöpft und wird auch in den kommenden Tagen nicht sein normales Niveau haben können. Um seinen Start bei der Marathon-WM in zwei Wochen und auch die restliche Saison nicht zu gefährden haben wir beschlossen ihn aus dem Rennen zu nehmen. Die Entscheidung war nicht leicht, aber es macht keinen Sinn ihn hier zu zerstören, zumal das Podium für Tim & Tom nach gestern klar außer Reichweite liegt.“ so die Teamleitung.

Für Karl Platt und Stefan Sahm hingegen stand heute mit der sechsten Etappe von Ponte di Legno nach Malè ein weiterer spannender Tag im Kampf um den Gesamtsieg der Transalp an. Vom Start aus führte der Kurs auf den ersten 18 Kilometern stetig bergan, der höchste Punkt war bei 2393m ü. NN erreicht. Auf den nächsten 25km folgten etliche technische Passagen, ehe ab km 43 ein extrem schnelles Finale begann – die letzten 30km gingen nur noch bergab.

Wie schon am gestrigen Tage wurde das Rennen auch heute extrem schnell begonnen. Zuerst blieben die Favoriten alle beisammen, je länger und steiler der Anstieg allerdings wurde, um so kleiner wurde die Gruppe. Am Ende des Berges hatte sich ein Sextett mit Bulls, Merida und Full Dynamix gefunden, das schnell an Vorsprung gewann. Buchli/Stoll mußten ihren Anstrengungen der ersten Tage heute Tribut zollen und verloren mehr und mehr an Boden. An der Spitze arbeiteten die drei führenden Teams gut zusammen, bis Genze in einem technischen Singletrail einen Platten fuhr ,und das Merida-Duo damit aus der Gruppe herausfiel. Platt/Sahm und de Bertolis/Felderer zogen ihren schnellen Rhythmus weiter bis zur Ziellinie durch – keines der Verfolgerteams hatte genug Reserven um zur Spitze aufzuschließen.

So siegten Massimo de Bertolis und Mike Felderer in Malè vor Karl Platt und Sahm, die es nicht auf einen Sprint anlegten. Buchli/Stoll folgten mit einem Rückstand von 3:34min, Genze/Kugler hatten durch den Platten viel Zeit verloren und erreichten das Ziel mit einem Rückstand von knapp acht Minuten. Die Abstände am heutigen Tag brachten die Gesamtwertung an der Spitze erneut ordentlich durcheinander. Karl Platt und Stefan Sahm übernahmen das gelbe Leadertrikot und liegen im Klassement nun 1:39min vor Buchli/Stoll und 5:35min vor Genze/Kugler.

„Wahnsinn, einfach Wahnsinn!!“ freute sich Platt im Ziel. „Die ersten Tage waren sehr schwer für mich. Ab der zweiten Etappe habe ich gelitten und mich nur mit Charakter durch die Rundfahrt gekämpft. Die Beine waren einfach nicht so wie gewünscht, ich konnte der Spitze oft nicht folgen. Jetzt fühle ich mich von Tag zu Tag besser. Am Ende der Etappe hatte ich wieder richtig Kraft in den Beinen und konnte voll durchziehen. Wir sind in Gelb und haben noch zwei Tage bis Riva. Aber die Abstände sind nicht groß, das wird noch richtig spannend.“

„Wir haben so begonnen wie gestern – schnell. Das hat für uns gut funktioniert. Daß wir heute gleich die Führung übernehmen hätte ich nicht gedacht – aber so schnell kann es gehen. Es lief auch richtig gut für uns und Karl scheint wieder auf seinem gewohnten Niveau zu sein. Entspannen können wir uns aber noch nicht, der Vorsprung auf Bixs ist nicht groß, und auch Merida ist noch in Schlagweite. Es kommen noch zwei Tage mit einigen Bergen, die morgige Etappe nach Madonna die Campiglio wird sicher schwerer als die heutige. Aber eins ist klar – wir wollen den Gesamtsieg!“ analysierte Stefan Sahm die Situation.