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21.07.2010

Platt/Sahm kämpfen sich auf der Königsetappe aufs Podium

Abstände in den Top 3 werden nach langem Tag im Sattel immer enger

Die heutige Königsetappe von Livigno nach Ponte di Legno machte ihrem Namen alle Ehre. Allein die Eckdaten der Strecke sorgen im Fahrerfeld für Respekt: 106,87km und 3451hm mußten bewältigt werden, klangvolle, aus Giro oder Tour bekannte Namen wie `Passo d´Eira´ und `Passo Mortirolo´ taten ihr Übriges. Im Rennen hielt besonders der Mortirolo mit seinen 1500 Höhenmetern  was er versprach.

`Die Gesamtführenden Buchli und Stoll wenn möglich frühzeitig unter Druck setzten´ lautete das Motto des Team Bulls für die Königsetappe. Die erste Gelegenheit für diesen Plan bot sich bereits wenige Kilometer nach dem Start in Livigno am Passo d´Eira. Platt/Sahm sowie Genze/Kugler übernahmen hier die Führungsarbeit und schraubten das Tempo in die Höhe. Die Aktion zeigte sofort Wirkung – schon bei Kilometer 15 waren nur noch fünf Teams an der Spitze zu finde. Bulls 1, Merida, Bixs, Full Dynamix und Adamello Bike bildeten eine 10-köpfige Spitzengruppe. Auf den folgenden schnellen 25km zum Passo die Verva sorgten Platt/Sahm immer wieder für konstant hohes Tempo. Auch Merida und Full Dynamix beteiligten sich rege an der Arbeit im Wind.

Dietsch/Böhme verpassten aufgrund eines schwarzen Tages bei Böhme schon früh den Anschluß an die Führungsgruppe. Die beiden Bulls-Piloten fuhren den ganzen Tag ihren eigenen Rhythmus, verloren dabei aber immer mehr Zeit auf die Spitze.

Im Passo di Verva fiel dann eine erste Vorentscheidung. Karl Platt und Stefan Sahm forcierten im Berg erneut das Tempo, nur Merida und Full Dynamix konnte mitgehen, die Gesamtführenden Buchli und Stoll verloren langsam aber sicher Meter um Meter. Nach einer langen und technischen Abfahrt hinunter nach Grosotto betrug der Rückstand bereits 30 Sekunden. Dann aber kam der Mortirolo. Genze zog mit Vollgas in den Berg hinein, die Bulls-Piloten sowie Full Dynamix sprinteten hinterher. Bis zum Ziel in Ponte di Legno entbrannte nun ein harter Kampf um den Tagessieg und die Führung in der Gesamtwertung, den Merida an diesem Tage für sich entscheiden konnte. Karl Platt und Stefan Sahm finishten knapp hinter Full Dynamix auf Tagesrang drei, Buchli/Stoll verloren 4:33min und mußten damit das gelbe Leaderjersey an Merida abgeben. Dietsch/Böhme erreichten das Ziel mit großem Rückstand auf Rang sieben.

„Das war ein richtig harter Tag heute, aber es hat sich gelohnt. Wir haben vom Start weg Tempo gemacht und Bixs wie geplant unter Druck gesetzt. Am Passo die Verva konnten wir sie dann abhängen, hatte vor dem Mortirolo etwa 30 Sekunden Vorsprung. Im Berg war Merida sehr stark, irgendwann mußten wir sie fahren lassen. Wir haben gemeinsam mit Full Dynamix einen guten Rhythmus gehabt und der hat gereicht um Bixs deutlich zu distanzieren. Wir sind heute in der Gesamtwertung zwar auf Rang drei abgerutscht, insgesamt ist es vorne aber wieder enger geworden, das Rennen ist wieder völlig offen. Bei Karl ging es heute wesentlich besser als in den letzten Tagen, ich denke wir können zuversichtlich auf die letzten drei Etappen blicken. Unser Ziel ist immer noch der Gesamtsieg!“ so ein kämpferischer Stefan Sahm in Ponte di Legno.

Für Tim Böhme war der Tag im Sattel kein guter. „Ich bin fertig. Mir ging es in den letzten Tagen schon nicht gut, aber heute war endgültig keine Kraft mehr da. Die Etappe war eine einzige Qual. Mein Magen ist nicht 100% ok, ich fühle mich leer. Im Mai/Juni war ich top in Form, bei der EM konntd ich ganz vorne mitmischen. Vielleicht habe ich danach auch im Training ein wenig überzogen. Ich werde mich jetzt versuchen so gut es geht zu erholen, morgen früh schauen wir weiter."